Warum man eine Preisverleihung nicht einfach online durchführt? Für Ulrich Scheppan, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), ist die Antwort eindeutig:
„Dann gäbe es kein Buffet – und vor allem kein echtes Netzwerken. Und genau das ist das Wichtigste bei diesen Veranstaltungen.“
Mit diesem augenzwinkernden Plädoyer für Begegnung eröffnete die ILB am 21. Januar 2026 die erste Prämierung des Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg 2026. Rund 200 Einreichungen, zehn Finalistenteams und ein Abend voller Gespräche, Spannung und Anerkennung machten deutlich, was den BPW auszeichnet: Menschen mit Mut, Ideen mit Substanz und ein Umfeld, das Austausch möglich macht. Persönliche Begegnungen bleiben ein zentraler Motor für die Gründungsszene der Metropolregion.
Zehn Teams, 90 Sekunden und überzeugende Konzepte
Bereits in der ersten Wettbewerbsphase überzeugten zahlreiche Einreichungen mit durchdachten Konzepten und klarem Marktbezug. Zehn Teams schafften es schließlich ins Finale und präsentierten ihre Geschäftsmodelle live vor Publikum. In jeweils 90 Sekunden gaben sie Einblick in ihre Ideen – von KI-gestütztem Recruiting und datenbasiertem Career-Coaching über nachhaltige Konsumanreize und inklusive Bildungsangebote bis hin zu Lösungen für emissionsärmere Logistik und die Überwachung kritischer Infrastruktur.
Die Vielfalt der Themen spiegelte nicht nur aktuelle Herausforderungen wider, sondern auch den Gestaltungswillen junger Unternehmen. Hier wurde deutlich, wie viel Kreativität, Fachwissen und Verantwortungsbewusstsein in der nächsten Gründer:innen-Generation stecken.
Juryentscheidung: Hauptpreis für Spree Monitoring
Der mit 10.000 Euro dotierte Jurypreis ging in diesem Jahr an Spree Monitoring. Das Team überzeugte mit einem sensorbasierten Monitoring-System für Brücken und Ingenieurbauwerke – ein Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz.
In der Begründung der Jury hieß es unter anderem:
„Dieses Team löst ein hochaktuelles Problem mit großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung – gezielt, wirksam und auf den Punkt.“
Für das Team selbst war die Auszeichnung ein besonderer Moment:
„Das ist für uns natürlich eine wahnsinnige Ehre und eine große Freude. Mit unserem Businessplan konnten wir die Jury überzeugen und zeigen, wir adressieren ein echtes Problem – oder sind zumindest auf dem richtigen Weg dorthin. Besonders wichtig ist für uns die Bestätigung, auch wirtschaftlich ein tragfähiges Konzept zu haben“, so Niklas Epple, Mitgründer der Spree Monitoring GmbH.
Publikumspreis: Applaus für Movolta
Neben der Juryentscheidung hatte auch das Publikum das Wort. Nach den Live-Pitches stimmten die Gäste vor Ort und online über ihren Favoriten ab. Der Publikumspreis ging an das Team Movolta, das mit einer Solarlösung zur Nachrüstung von Kühl-LKWs überzeugte.
Ausschlaggebend war vordergründig die hohe Alltagsnähe des Themas: Dieselverbrauch, Emissionen und Lärm sind Probleme, die viele Menschen unmittelbar wahrnehmen – gerade in Städten sowie auf Park- und Rastplätzen. Die Nutzung bislang ungenutzter Dachflächen für Solarenergie macht das Potenzial der Lösung schnell verständlich. Begriffe wie Energiewende und CO₂-Reduktion trafen spürbar einen Nerv.
Aus dem Abend nahm das Team vor allem eines mit: Inspiration. Die Gespräche, das direkte Feedback und neue Kontakte bestätigten das große Interesse an der Idee – und zeigten, wie wertvoll der Austausch mit anderen Gründer:innen und Partner:innen ist. Auch inhaltlich geht es voran: Movolta befindet sich derzeit in der Gründungsphase, die formale Gründung ist beauftragt. Als nächster Schritt ist eine Großpilotanlage geplant, die gemeinsam mit einem Fahrzeug umgesetzt werden soll.
Austausch, Ausblick und nächste Wettbewerbsphase
Nach der Prämierung nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zum intensiven Austausch. Bei Essen, Getränken und vielen Gesprächen wurde einmal mehr deutlich: Der BPW ist mehr als ein Wettbewerb. Er ist ein Netzwerk, ein Begegnungsraum und für die Gründer:innen der Startpunkt einer unternehmerischen Reise.
Der BPW geht nun in die nächste Runde. Noch bis zum 10.02.2026 können weitere Geschäftskonzepte eingereicht werden. Die zweite Wettbewerbsphase verspricht erneut engagierte Teams, spannende Ansätze und viel Unternehmergeist aus Berlin und Brandenburg.
