Blog

Willkommen auf unserem Blog! Wir informieren dich hier über aktuelle Themen, berichten von unseren Veranstaltungen, stellen unsere Gründer:innen vor und veröffentlichen Themen unserer Sponsoren.

Du hast Neuigkeiten und möchtest auf unserem Blog Deine Gründungsidee vorstellen? Schreib uns eine E-Mail an .

BPW alle Blogbeiträge

Profitabel und trotzdem zahlungsunfähig? Warum Liquiditätsplanung entscheidend ist

Beim BPW-Finanzforum am 25. Februar 2026 in der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) drehte sich vieles um Finanzierungsstrukturen, Planungssicherheit und unternehmerische Resilienz. Ein Thema zog sich dabei wie ein roter Faden durch die Diskussionen: Liquidität.

Die Umsätze steigen. Die Auftragslage ist gut. In der Gewinn- und Verlustrechnung steht ein Plus. Eigentlich läuft es – oder?

Und trotzdem geraten Unternehmen immer wieder in Schwierigkeiten. Der Grund ist häufig nicht mangelnder Umsatz, sondern fehlende Liquidität. Denn Gewinn ist nicht gleich Zahlungsfähigkeit.

Caroline Kirstoff, Firmenkundenbetreuerin Start-ups bei der Berliner Sparkasse, brachte es auf den Punkt:

„Gewinn ist eine Meinung. Liquidität ist eine Tatsache.“

Provokant? Vielleicht. Aber gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten sehr real.

Allein im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 23.900 Unternehmensinsolvenzen registriert – ein Anstieg von über acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.[1] Und nicht immer trifft es nur schwach aufgestellte Betriebe. Auch wirtschaftlich gesunde Unternehmen können durch kurzfristige Engpässe unter Druck geraten.

Was bedeutet Liquidität?

Liquidität beschreibt die verfügbaren Zahlungsmittel deines Unternehmens – also Bankguthaben, Kassenbestände oder kurzfristig realisierbare Forderungen. Die zentrale Frage lautet: Kannst du deine fälligen Verbindlichkeiten jederzeit begleichen?

Ein Liquiditätsengpass liegt vor, wenn der Liquiditätsbedarf höher ist als die vorhandenen liquiden Mittel. Das klingt technisch – bedeutet aber ganz konkret: Rechnungen, Gehälter oder Investitionen können nicht fristgerecht bezahlt werden.

Während die Gewinn- und Verlustplanung (GuV) zeigt, ob dein Geschäftsmodell profitabel ist, betrachtet die Liquiditätsplanung die tatsächlichen Zahlungsströme. Entscheidend ist nicht, wann du Umsätze verbuchst, sondern wann Geld wirklich auf deinem Konto eingeht.

Gerade lange Zahlungsziele, verspätete Kundenzahlungen oder hohe Vorleistungen können dazu führen, dass Unternehmen zwar Gewinne ausweisen – aber kurzfristig nicht zahlungsfähig sind.

Typische Ursachen für Liquiditätsprobleme

Liquiditätsengpässe entstehen selten aus einem einzigen Grund. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen:

  • Umsatzrückgänge oder saisonale Schwankungen
  • Ineffektives Forderungsmanagement
  • Hohe Fixkosten oder unerwartete Ausgaben
  • Fehlinvestitionen
  • Unzureichende Rücklagen

Gerade bei Start-ups spielt zudem die Planungssicherheit eine große Rolle. Wer Wachstum finanzieren will, muss den eigenen Cashflow realistisch einschätzen.

Warum du deine Liquidität aktiv steuern solltest

Die Liquiditätsplanung ist das Herzstück deiner Finanzplanung. Sie sorgt dafür, dass du nicht nur weißt, ob dein Geschäftsmodell langfristig funktioniert, sondern auch, ob du kurzfristig handlungsfähig bleibst.

Eine vorausschauende Planung hilft dir dabei:

  • Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen
  • notwendige Puffer einzuplanen
  • Investitionen realistisch zu timen
  • Finanzierungsbedarf rechtzeitig zu identifizieren

In der Praxis werden häufig Kennzahlen wie die Liquidität 1., 2. oder 3. Grades herangezogen, um zu prüfen, ob kurzfristige Verbindlichkeiten durch liquide Mittel und Forderungen gedeckt sind. Werte unter 1 können auf einen möglichen Engpass hindeuten.

Gerade in der Gründungsphase lohnt es sich, diese Zusammenhänge frühzeitig zu verstehen. Der BPW begleitet Teilnehmende dabei mit praxisnahen Seminaren, individuellem Feedback und einem starken Netzwerk aus Expert:innen und Finanzierungspartnern – damit Liquiditätsplanung nicht nur Theorie bleibt, sondern zur strategischen Grundlage wird.

Was Banken und Investierende sehen wollen

Auch Kapitalgeber:innen schauen sehr genau auf deine Liquidität.

Risikokapitalgeber:innen (VCs) interessieren sich unter anderem für den sogenannten „Cash Runway“: Wie lange reicht das vorhandene Kapital, bevor neues Geld aufgenommen werden muss?

Banken prüfen insbesondere die Kapitaldienstfähigkeit, also ob dein Unternehmen Zinsen und Tilgungen zuverlässig leisten kann.

Eine saubere, realistische Liquiditätsplanung schafft Vertrauen und stärkt deine Position in Gesprächen deutlich.

Von der Theorie in die Praxis

Liquiditätsplanung ist kein „Nice-to-have“ und auch kein reines Controlling-Thema. Sie ist eine zentrale Grundlage nachhaltiger Unternehmensführung.

Wer seine Ein- und Auszahlungen im Blick behält, schafft Planungssicherheit, bleibt handlungsfähig und kann strategisch wachsen.

Damit aus theoretischem Wissen konkrete Handlungssicherheit wird, bietet der BPW praxisnahe Unterstützungsformate an. Im Online-Seminar „Finanzplanung für Existenzgründer:innen – Einführung“ am 17.03.2026 (10:00–12:00 Uhr) erhalten Teilnehmende einen fundierten Überblick über die wichtigsten Grundlagen der Finanz- und Liquiditätsplanung.

Darüber hinaus bietet die SpringConnect@BPW am 25. März 2026 (18:00–22:00 Uhr) die Möglichkeit, sich im Rahmen von Speedcoachings und Networking gezielt mit Expert:innen auszutauschen und individuelle Fragen zu klären.

Denn gerade in der Gründungsphase zahlt es sich aus, auf Erfahrung, Feedback und Austausch zu setzen.

 

 

[1]www.abcfinance.de/blog/artikel/was-tun-beim-liquiditaetsengpass/